Letztes Gefecht
Bürgermeisterwahlkampf vor dem Ende
Freitag, 17. Oktober
Konrad Adenauer, der mit 72 Jahren erstmals Bundeskanzler wurde, wird die folgende Steigerungsformel zugeschrieben: Feind - Todfeind - Parteifreund!
Jedenfalls fühlt man sich heute durch eine Zeitungsanzeige an dieses Zitat erinnert. Mir soll es zwar egal sein, wie man in der CDU miteinander im Allgemeinen und mit der Parteifreundin, die Rathauschefin werden möchte, im Besonderen umgeht. In dieser Anzeige also werden neben zwei politischen Leichtgewichten auch drei frustrierte CDU-Politpensionäre sozusagen als Reservearmee ins letzte Gefecht geschickt und zwar gegen die eigene Kandidatin!
Da ist der von der Bürgerschaft abgewählte Ex-Bürgermeister Brassel, mein Vorgänger also, dann der Stadtdirektor a.D. Dr. Junker, der sich selbst die Kandidatur zum Bürgermeisteramt nicht zutraute, und dann ist da schließlich der Rechtsanwalt Linke, als Oberkreisdirektor am Niederrhein einst nicht eben rühmlich aus dem Amt geschieden, der lange Zeit gern selbst Chef im Honnefer Rathaus geworden wäre, allesamt also gestandene CDU-Leute, die sich für den Kandidaten der Splittergruppen aussprechen. Na, da bin ich aber gespannt, wie die Aufräumarbeiten ab dem Tag nach der Bürgermeisterwahl innerhalb des CDU-Ortsverbands Bad Honnef aussehen werden! Jedenfalls wird die CDU-Kandidatin mit ihrem Versprechen, dass sie als einzige in der Lage sei, Mehrheiten im Rat zu schaffen, ganz schön bloß gestellt. Schließlich beweist diese Anzeige, dass sie als Stadtchefin der CDU noch nicht einmal die eigenen Reihen geschlossen halten kann.
Aber die CDU-Politiker a.D. wähnen sich ja besonders schlau: sie wollen sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem sie auch mir als Bürgermeisterin am Zeug flicken wollen. Im Eifer ihres Gefechts übersehen sie nur, dass sie Versäumnisse in den Raum stellen, die mindestens ebenso sehr auf ihr eigenes Konto gehen. Rechtsanwalt Linke geht dabei sehr großzügig mit Rechtstatbeständen um und erwartet Rechtssicherheit ausgerechnet von dem Kandidaten, der unlängst ausgerechnet in unserem Gymnasium vor Jungwählern öffentlich und ganz unverhohlen zum Rechtsbruch aufgerufen hat.
Man sieht, und da möchte ich noch einmal einen früheren Politiker zitieren: "Wer auf andere mit dem ausgestreckten Zeigefinger zeigt, der deutet mit drei Fingern seiner Hand auf sich selbst."
Diesem Wort des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann habe ich dann nichts mehr hinzufügen.