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TAGEBUCH

Harte Tage

Montag, 6. Oktober

Dabei hatten beide aber auch einen sehr ernsten Hintergrund. Der AWO-Kreisvorsitzende Adelbert Ey brachte es auf den Punkt: "Wir müssen etwas tun, was wir eigentlich nicht tun müssten."

Die Töne werden rauer und gereizter. Auch bei mir. Ich möchte endlich wieder ungestört meine Arbeit als Bürgermeisterin tun. Es macht mich ungeduldig, dass ich laufend mit Fragen, mal listig, mal provozierend, manchmal aber auch wirklich richtig nett, beschäftigt werde. Und die vielen Mails, manche mit der unverhohlenen Drohung des Stimmentzugs bei Verweigerung der Zustimmung zu irgendwas. Dann aber auch der viele Zuspruch.

Überhaupt die vielen freundlichen Ansprachen, das Wohlwollen, die Akzeptanz. Ich habe mir vorgenommen, mich auf meine Arbeit zu beziehen, auch im Wahlkampf Leistung zu erbringen. Fröhlich sein, und die Spatzen pfeifen lassen? Es geht nicht immer, denn Beschimpfungen und Diffamierungen kann ich nicht stehen lassen. Die Wählerschaft hat einen Anspruch auf Wahrheit. Und schon bin ich mitten drin, in dem, was man dann "Politgezänk" nennt. Schade.


Ich melde mich wieder.
Ihre Wally Feiden